Heißabfüllung im Glas: Gläser & Twist-Off-Deckel richtig auswählen

Bei der Heißabfüllung müssen Glas, Verschluss, Füllgut und Temperatur zusammenpassen. Entscheidend ist nicht nur die Glasgröße, sondern das gesamte Verpackungssystem.

Kurz erklärt:
Für eine zuverlässige Heißabfüllung sollten Lebensmittelverpackungsglas, Twist-Off-Deckel, Füllgut und thermischer Prozess aufeinander abgestimmt sein.

Was bedeutet Heißabfüllung im Glas?

Bei der Heißabfüllung wird ein Produkt mit erhöhter Temperatur in ein geeignetes Glas gefüllt und anschließend verschlossen. Je nach Produkt und Verfahren kann danach zusätzlich eine Pasteurisierung erfolgen.

Heißabfüllung, Pasteurisierung und Sterilisation sind unterschiedliche Prozesse und stellen unterschiedliche Anforderungen an Glas und Verschluss.

Welche Gläser eignen sich für Heißabfüllung?

Grundsätzlich werden dafür Lebensmittelverpackungsgläser verwendet, die für den vorgesehenen thermischen Prozess geeignet sind. Ob ein bestimmtes Glas für Ihre konkrete Abfülltemperatur geeignet ist, sollte anhand der Herstellervorgaben geprüft werden.

Wichtig sind außerdem möglichst geringe Temperaturunterschiede zwischen Glas, Füllgut und Umgebung, da starke Temperatursprünge das Glas belasten können.

Bei GASSERO finden Sie verschiedene Schraubgläser, Sturzgläser und Flaschen mit gängigen Twist-Off-Mündungen.

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Welcher Twist-Off-Deckel passt?

Der Deckel muss zur Mündung des Glases passen und für das jeweilige Füllgut sowie den geplanten Prozess geeignet sein. Eine TO82-Mündung benötigt beispielsweise einen passenden TO82-Verschluss.

Auf der Innenseite des Deckels befindet sich eine Dichtungsmasse, das sogenannte Compound. Je nach Füllgut und Temperatur kommen unterschiedliche Ausführungen zum Einsatz.

Bei den von uns entsprechend gekennzeichneten Standardausführungen gilt gemäß Herstellerspezifikation: für Pasteurisierungsprozesse bis 100 °C vorgesehen; für ölhaltige oder stark fetthaltige Füllgüter nicht empfohlen, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben.

Für ölhaltige Produkte oder höhere thermische Belastungen sind dafür geeignete Verschlussausführungen erforderlich.

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Pasteurisierung und Sterilisation

Bei einer Pasteurisierung wird das bereits verschlossene Produkt thermisch behandelt. Für Prozesse bis 100 °C können entsprechend freigegebene Verschlussausführungen geeignet sein.

Sterilisationsprozesse, beispielsweise bei 121 °C, stellen deutlich höhere Anforderungen. Dafür dürfen nur Gläser und Verschlüsse verwendet werden, die vom jeweiligen Hersteller für diesen Prozess freigegeben sind.

Was ist ein Vakuumindikator?

Ein Vakuumindikator kann nach einem geeigneten Verschließ- und Abkühlprozess anzeigen, ob sich im Glas ein Unterdruck gebildet hat. Er ist eine zusätzliche Sichtkontrolle, ersetzt aber keine fachgerechte Prozess- oder Qualitätskontrolle.

TO82-Deckel mit Vakuumindikator ansehen

Checkliste vor der Serienabfüllung

  1. Glas prüfen: Ist es für den vorgesehenen thermischen Prozess geeignet?
  2. TO-Größe bestimmen: Glas und Deckel müssen dieselbe passende Mündungsausführung besitzen.
  3. Füllgut berücksichtigen: besonders Öl- und Fettgehalt beachten.
  4. Temperatur festlegen: Heißabfüllung, Pasteurisierung oder Sterilisation unterscheiden.
  5. Testcharge durchführen: Verschluss, Vakuum und Dichtigkeit unter den tatsächlichen Produktionsbedingungen prüfen.

Häufige Fragen zur Heißabfüllung

Kann jedes Glas heiß befüllt werden?

Grundsätzlich werden dafür Lebensmittelverpackungsgläser verwendet, die für den jeweiligen thermischen Prozess geeignet sind. Die konkrete Freigabe und zulässige Temperaturbelastung hängt vom jeweiligen Glas und den Herstellerangaben ab.

Beispiel: Ein für Lebensmittel vorgesehenes Schraubglas kann für eine Heißabfüllung geeignet sein. Trotzdem sollte vermieden werden, ein sehr kaltes Glas unmittelbar mit sehr heißem Füllgut zu befüllen.

Kann ich jeden Twist-Off-Deckel verwenden?

Nein. Neben der passenden TO-Größe müssen Dichtung, Füllgut und Temperatur zusammenpassen.

Beispiel: Für ölhaltige oder stark fetthaltige Produkte gibt es spezielle Dichtungsvarianten. Je nach Ausführung sind diese für unterschiedliche thermische Prozesse geeignet.

Was gilt bei Pasteurisierung bis 100 °C?

Bei entsprechend freigegebenen Verschlussausführungen kann eine Pasteurisierung bis 100 °C vorgesehen sein. Maßgeblich sind die konkrete Herstellerspezifikation und die tatsächlichen Prozessbedingungen.

Beispiel: Zwei Produkte können bei derselben Temperatur verarbeitet werden, sich aber durch Fettgehalt oder Prozessdauer unterscheiden. Deshalb sollte die Eignung immer für den konkreten Anwendungsfall geprüft werden.

Kann ich bei 121 °C sterilisieren?

Nur mit Glas und Verschluss, die für diesen Prozess ausdrücklich geeignet und freigegeben sind. Standardausführungen dürfen dafür nicht pauschal eingesetzt werden.

Beispiel: Bei einer Behandlung im Autoklaven bei 121 °C müssen Glas, Verschluss und Dichtung auf diese Belastung abgestimmt sein.

Technischer Hinweis: Die Angaben auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung. Maßgeblich sind immer die produktspezifischen Herstellerangaben und die Prüfung unter den tatsächlichen Verarbeitungsbedingungen.
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